Gemeinderat diskutierte über Globusansiedlung in Neunkirchen und Verkehrsführung in der Quierschieder Ortsmitte

Der Gemeinderat Quierschied hat in seiner Sitzung am 16. September 2016 unter anderem über die geplante Globusansiedlung in Neunkirchen beraten. Da Quierschied eine der am Projekt „Landschaft der Industriekultur (LIK) Nord“ beteiligten Kommunen ist, in deren Gebiet die von Globus favorisierte Fläche liegt, hat die Gemeinde im Zweckverband des Projektes ein Mitspracherecht.

Ein wesentlicher Knackpunkt der aktuellen Diskussion ist nämlich, dass ein Teil des Grundstücks für den geplanten Globus-Markt aus dem Naturschutzprojekt LIK Nord ausgegliedert werden müsste. Daher stellt sich die Frage, ob eine solche Ausgliederung – die ursprünglich nicht vorgesehen war – Auswirkungen auf die Fördergelder hat, mit denen der Bund das Projekt in erheblicher Größenordnung unterstützt. Dies soll detailliert in einem so genannten Raumordnungsverfahren geklärt werden.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Timo Flätgen machte deutlich, dass ein Vorhaben dieser Größenordnung immer als Einzelfall betrachtet und ganz genau geprüft werden müsse. „Es gibt aus unserer Sicht jedoch keinen Grund, dem beantragten Raumordnungsverfahren nicht zuzustimmen, denn erst in diesem Verfahren würde die Machbarkeit der Ansiedlung geklärt – und zwar ergebnisoffen, rechtssicher und unter Beteiligung aller betroffenen Kommunen. Nur wenn sich dann erweist, dass durch die Flächenausgliederung weder Fördergelder verloren gehen, noch die Zielsetzung von LIK Nord gefährdet wird, könnten wir einer Umsetzung zustimmen.“ Sich daran zu halten, habe auch Globus schriftlich zugesichert.

In diesem Sinne fiel dann auch der fast einstimmige Beschluss des Gemeinderates aus, an den die stimmberechtigten Mitglieder in der Verbandsversammlung LIK Nord und der Bürgermeister nun gebunden sind. Darüber hinaus äußerte Flätgen Verständnis für die Bedenken der Kommunen, die näher an Neunkirchen liegen, hinsichtlich möglicher Beeinträchtigungen deren lokalen Einzelhandels. Auch diese Punkte würden im Raumordnungsverfahren detailliert geprüft. Auswirkungen auf den Einzelhandel in Quierschied seien durch die Globusansiedlung in Neunkirchen, sofern sie denn komme, aber kaum zu befürchten.

Ein weiteres Thema der Ratssitzung war die Verkehrsführung in der Ortsmitte von Quierschied. Trauriger aktueller Anlass hierfür war ein Unfall, der sich vor wenigen Tagen an der Einmündung der Straße An der Hirtenwies in die Holzer Straße ereignet hatte. „Auch wenn der Unfall durch erhöhte Geschwindigkeit verursacht wurde, so hat sich doch leider wieder bestätigt, dass diese Stelle extrem gefährlich ist“, erklärte Timo Flätgen. Deshalb sei die CDU auch von Anfang an gegen die Umdrehung der Einbahnstraßenregelung in der Hirtenwies gewesen. Seinerzeit wurden jedoch weder Orts- noch Gemeinderat an der Entscheidung beteiligt, die die Verwaltung im Alleingang beschlossen hatte.

Flätgen regte an, die Verkehrsführung in der gesamten Ortsmitte gründlich zu überprüfen. Denn auch infolge der Fertigstellung des neuen Veranstaltungssaales werde es weitere Veränderungen geben, die nicht ohne Folgen für den innerörtlichen Verkehr blieben. Zudem werde die Hirtenwies in absehbarer Zeit wegen umfangreicher Sanierungsmaßnahmen länger nicht befahrbar sein. All das sei ein geeigneter Anlass, um die Verkehrsführung noch einmal zu überdenken. Bürgermeister Lutz Maurer zeigte sich dieser Anregung aufgeschlossen gegenüber.


Veröffentlicht am 16. September 2016 in der Kategorie Gemeinderatsfraktion

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